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Der untere Rückenschmerz

Das ISG-Problem

Der untere Rückenschmerz

Als Orthopäde und Sportmediziner ist man häufig mit dem Iliosakralgelenk (ISG) konfrontiert. Dabei ist der Begriff Gelenk fast übertrieben: Straffe Bandverbindungen limitieren den Bewegungsumfang der Amphiarthrose, die Kreuz- und Darmbein verbindet, auf gerade mal zwei bis vier Grad. Da es aber eine entscheidende Rolle bei der Kraftübertragung zwischen Rumpf und Beinen spielt, können Blockaden oder entzündliche Geschehen am ISG Athleten*innen massiv behindern.

Gerade Sportarten mit hohen axialen Stauchungskräften können zu ISG Problemen führen. Dazu zählen z.B. Tennis, Squash, Handball, Fußball, Skifahren und Hockey. Aber auch in Ausdauersportarten wie Rudern und Laufsport ist das Problem häufig: Schmerzen im Bereich der unteren  Lendenwirbelsäule und Hüfte mit Ausstrahlung in die Leiste sind häufig die Symptome.

Wo liegen die Ursachen?

Häufig führt eine frühzeitige Ermüdung der beckenstabilisierenden Muskulatur (Hüftstrecker und Abduktoren) zu einer vermehrten Verkippung des Beckens. Auch Fußfehlstellungen sowie starke X- oder O-Beine können das Problem begünstigen. Auch bei Vorliegen einer echten Beinlängendifferenz treten gehäuft ISG-Probleme auf.

Wie kommt man zur Diagnose?

Die gezielte manual-medizinische Untersuchung kann über Feststellung von Hypomobilitäten, Nachweis der typischen Irritationspunkte und nach Ausschluss anderer Differentialdiagnosen schnell das Problem identifizieren.

Die Therapie: Mobilisieren und Manipulieren, gezieltes Arbeiten an muskulären Defiziten

Bei wiederkehrenden ISG-Schmerzen muss zunächst an der Rumpfmuskulatur gearbeitet werden (Stichwort Core), um die umgebenden Strukturen zu kräftigen. Echte Beinlängendifferenzen müssen durch individuell angepasste Einlagen ausgeglichen werden. Akute Befunde werden adjuvant mit NSAR oder Injektionen mit Traumeel behandelt. Je nach Beschwerdebild kommen auch Elektro- oder Stoßwellentherapie zur Aktivierung myofaszialer Strukturen, Fango oder Akupunktur zum Einsatz.

 

Quelle: sportmedizin-ulm.org

 

Dabei ist es gar nicht so schwer, mehr Bewegung in den Alltag einfließen zu lassen. Ehe Sie jetzt schon abwinken: Wir kennen die Ausreden - und haben sie für Sie entkräftet.

1. Ich habe keine Zeit

Dies ist wahrscheinlich die häufigste unter den Ausreden - und wohl auch die größte Flunkerei. Um der Gesundheit etwas Gutes zu tun, reichen bereits 30 Minuten Bewegung am Tag. Und es kommt noch besser: Diese halbe Stunde Ertüchtigung muss nicht einmal am Stück praktiziert werden. Drei Mal zehn Minuten über den Tag verteilt, reichen schon, um gesundheitlich zu profitieren, schreiben Wissenschaftler der Harvard School of Public Health. Weniger als zehn Minuten sollten es allerdings nicht sein.

Und es kommt sogar noch besser: Mit "Bewegung" ist nicht einmal echter Sport gemeint. Das entkräftet auch Ausrede Nummer 2.

2. Ich bin so unsportlich

Das Wort Bewegung lässt viele Menschen an einen Sportverein denken und nicht selten ruft das Erinnerungen an den Sportunterricht wach, wo man immer als Letzter in die Mannschaft gerufen wurde. Doch um sich ausreichend zu bewegen, ist keinerlei Wettkampfsport nötig. Wer nicht will, muss auch keine Turnhalle betreten oder sich in das Fachchinesisch der Sportgeschäfte einarbeiten.

Stattdessen gilt: Alles, was Herz und Atmung auch nur ein bisschen beschleunigt, zählt als Bewegung: Tanzen, mit den Kindern toben, den Rasen mähen oder einfach nur rasches Gehen oder Radeln. Eine Faustregel für die richtige Geschwindigkeit bietet der "Gesprächs-Test": Man sollte einen Tick schneller gehen als man es normalerweise tun würde, aber sich immer noch ohne größere Probleme unterhalten können.

Alternativ zu den 30 Minuten moderater Bewegung kann man täglich 15 Minuten Sport treiben, beispielsweise Joggen, Fußballspielen, Rennrad fahren oder Tennis spielen. Die Zeitvorgabe muss nicht täglich erfüllt, sondern kann auf die Woche verteilt werden. So genügen beispielsweise 45 Minuten Aerobic-Training an einem Tag und eine halbe Stunde Joggen an einem anderen Tag der Woche.

3. Mein Alltag bietet keine Gelegenheit für Bewegung

Schon klar, Sie brauchen nun mal das Auto, um sich täglich fortzubewegen und im Job müssen Sie eben am Schreibtisch sitzen. Aber: Niemand muss wirklich immerzu auf seinem Hintern hocken. Laut einer britischen Studie verbringen Büroangestellte im Schnitt 5,41 Stunden am Schreibtisch. Das ist zwar enorm viel, heißt aber auch, dass noch mehr als zwei Stunden für andere Tätigkeiten bleiben.

Ein Teil dieser Zeit lässt sich für Bewegung nutzen: Nehmen Sie die Treppe statt den Fahrstuhl, stehen Sie bei Telefonaten oder während der einen oder anderen Konferenz. Gehen Sie während Ihrer Besorgungen ein wenig zügiger. Auch die Mittagspause und so manche Besprechung lassen sich mit einem zügigen Spaziergang verbinden.

Ebenso lässt sich Bewegung auch in die Freizeit integrieren. Die Harvard-Forscher empfehlen, einen Heimtrainer anzuschaffen. Auf ihm kann während des Fernsehens oder Telefonierens moderat trainiert werden.

4. Ich kann mich nicht aufraffen

Dagegen hilft Motivation durch andere. Suchen Sie Gleichgesinnte, etwa Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen, die Sie immer mal wieder zu einem strammeren Tempo animieren. Auch ein Schrittzähler kann motivierend wirken. Mindestens 7000 Schritte sollte man pro Tag schaffen, um genügend Bewegung zu haben.

5. Das bringt doch alles nichts

So ein bisschen herumlaufen, was soll das schon nützen? Den frühen Tod verhindern, könnte man antworten. Laut der eingangs zitierten Lancet-Studie verursacht Inaktivität etwa zehn Prozent der Todesfälle weltweit. Das Herumsitzen ist für sechs Prozent der Fälle von koronarer Herzkrankheit, sieben Prozent des Typ-2-Diabetes sowie zehn Prozent der Brust- und Dickdarmkrebsfälle verantwortlich.

 

Quelle: sueddeutsche.de, Foto: Freepik

 

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