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Energiebedarf im Sport

Energiebedarf im Sport

Sportler haben bedingt durch das Training einen gesteigerten Energieverbrauch. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich Sportler in zahlreichen Faktoren (z. B. Körpergewicht, Körpergröße, Körperzusammensetzung, Trainingsinhalte, -dauer, -intensität), die Einfluss auf den Energie- und Nährstoffbedarf haben, unterscheiden. Ebenso ist zu berücksichtigen, dass Sportler die Trainingsbelastungen im Makro- und Mikrozyklus sehr unterschiedlich gestalten. Ziel dieses Positionspapiers ist es, die Besonderheiten des Energiebedarfs von Sportlern herauszuarbeiten und für die Thematik bei der Ernährungsberatung von AthletInnen zu sensibilisieren.

Energiebedarf

Energieverbrauch ist ein kontinuierlicher Vorgang, um zahlreiche Prozesse und Funktionen in unserem Körper aufrechtzuerhalten. Der tägliche Energiebedarf entspricht dem Energieverbrauch pro 24 Stunden. Der Energiebedarf ist jedoch keine fixe Größe, sondern wird durch die oben genannten Faktoren beeinflusst. Hierbei stellt die körperliche Aktivität die variabelste Komponente für den Energiebedarf dar. Im Verlauf eines Trainingsjahres kann der Energieverbrauch im Einzelfall auf >10.000 kcal pro Tag ansteigen, in trainingsarmen Phasen jedoch auf einem „freizeitsportlichen“ Niveau liegen. Diese Spannweite im individuellen Energiebedarf gilt es bei der Ernährungsberatung zu berücksichtigen.

Messung und Schätzung des Energiebedarfs

Der Energieverbrauch kann mithilfe verschiedener Methoden (z. B. direkte Kalorimetrie, indirekte Kalorimetrie, Herzfrequenz) ermittelt bzw. abgeschätzt werden. Unter Laborbedingungen, sowie im Feld wird häufig die indirekte Kalorimetrie verwendet. Die Ergebnisse aus zahlreichen Studien zur Erfassung der Sauerstoffaufnahme (VO2) bei ausgewählten körperlichen Aktivitäten wurden im „Compendium of physical activities“ zusammengefasst und als „Metabolisches Äquivalent” (MET) dargestellt. Auf Basis der METs und des Ruheenergieumsatz kann der Tagesenergiebedarf kalkuliert werden.

Energieverfügbarkeit

In einigen Sportarten oder Disziplinen (z. B. Skisprung, Hochsprung, Marathonlauf, Gewichtsklassensportarten) kann ein geringes Körpergewicht einen Leistungsvorteil bringen oder aufgrund des Reglements notwendig sein. Dadurch bedingt neigen manche AthletInnen zu einer chronisch geringen Energiezufuhr oder falls möglich einer Steigerung des Energieverbrauchs im Training. Diese Situation kann zu einer geringen Energieverfügbarkeit (EV) führen. Eine niedrige EV kann hämatologische, metabolische, psychologische, gastrointestinale und immunologische Konsequenzen haben. Daraus können negative Einflüsse auf die Leistungsfähigkeit, Trainingsanpassung, Konzentration, Koordination und einem erhöhten Verletzungsrisiko resultieren.

Für die Anwendung des Konzepts der EV in der Beratungspraxis muss berücksichtigt werden, dass Informationen zur Energiezufuhr, dem Energieverbrauch im Training und Daten zur fettfreien Masse benötigt werden. Limitationen bei der Erfassung der EV sind im Positionspapier beschrieben.

Fazit

Eine angepasste Energiezufuhr stellt einen zentralen Eckpfeiler in der Sporternährung dar. Der Energiebedarf von Sportlern gestaltet sich je nach Trainings- und Wettkampfphase innerhalb des Jahreszyklus sehr unterschiedlich. Entsprechend sollte auf eine ausreichende, der Situation angemessene Energiezufuhr geachtet werden, um den trainings- und ggf. wachstumsbedingten Bedarf zu decken. Eine unzureichende Energiezufuhr kann zu einer geringen Energieverfügbarkeit mit Konsequenzen für Gesundheit und Leistungsfähigkeit führen.

 

 

Quelle: zeitschrift-sportmedizin.de

 

 
 

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