IPS-help

Physiologische Effekte von Sport mit Atemmaske

Physiologische Effekte von Sport mit Atemmaske

Menschen mit schlechter körperlicher Konstitution sind für schwere Verläufe von COVID-19 deutlich anfälliger als sportlich aktive Personen. Deshalb ist es auch und vielleicht gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie essenziell, die körperliche Fitness zu erhalten. Doch nicht jede Sportart lässt sich „coronakonform“ zuhause, allein oder in Kleinstgruppen an der frischen Luft ausüben – und in öffentlichen Sportstätten sind, sofern sie zeitweise nicht schon komplett geschlossen sind, fast überall Atemmasken vorgeschrieben, um die Verbreitung infektiöser Aerosole einzudämmen. Diese Lage, mit der sich auch der Sportbereich bis auf Weiteres arrangieren muss, wird sich vermutlich in den nächsten Monaten kaum ändern. Und so stellt sich die Frage, wie man mitten in der Coronavirus-Pandemie Sport trotzdem ermöglichen kann.

Sicherer Sport in Zeiten von COVID-19

Neben strikten Zugangsbeschränkungen, Abstandsgeboten, Lüften  und Flächendesinfektion ist das Tragen von Gesichtsbedeckungen beim Training ein essenzieller Baustein der Infektionsvermeidung. Doch haben Mund-Nasen-Bedeckungen beim Sport neben der positiven Schutzwirkung auch negative Effekte? Dieser Frage ging eine israelische Studie nach.

Zunächst unterzogen die Wissenschaftler 16 kardiorespiratorisch gesunde männliche, sportlich aktive und nicht rauchende Probanden (Alter >18 Jahre, normaler BMI) einem gängigen Ergometer-Test mit steigender Belastungsintensität bis zur Erschöpfungsgrenze. Jede Einheit wurde einmal ohne Maske, einmal mit OP-Mundschutz und einmal mit einer FFP2-/N95-Atemmaske absolviert; zwischen den Einheiten lagen mindestens 24 Stunden. Protokolliert wurden jeweils Herzschlag- und Atemfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Erholungszeit.

Ist Sport mit FFP2-Atemmaske oder OP-Mundschutz gefährlich?

Für gesunde Athletinnen und Athleten beantwortet die Analyse diese Frage mit einem klaren Nein: Weder OP-Mundschutz noch FFP2-Masken führten im Test zu alarmierenden Veränderungen der physiologischen Parameter. Lediglich extreme Anstrengung mit FFP2-Maske führte im Vergleich zum Training ohne Maske an verschiedenen Messzeitpunkten zu einem signifikanten Anstieg der Konzentration von endtidalem Kohlenstoffdioxid (etCO2) in der Ausatemluft.

Stellen sich dennoch vorübergehende Symptome wie Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen, Schwächegefühl, Übelkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten ein, kann dies auf eine akute respiratorische Azidose hinweisen. Diese entsteht durch erneutes Einatmen des CO2 aus verbrauchter Luft, etwa wenn dieses sich bei beschleunigter Atemfrequenz unter einer FFP2-Maske sammelt. Für gesunde Sportler reicht dann eine Unterbrechung des Trainings und mehrfaches tiefes Durchatmen – wenn möglich ohne Maske – an der frischen Luft in sicherer Entfernung zu anderen Personen.

Echte Risiken könnten sich wegen des erhöhten Atemwiderstands unter Masken aller Art für Personen mit kardiopulmonalen Vorerkrankungen wie etwa COPD ergeben, wie Daten aus vorhergehenden Studien zeigen. Diese müssen ihr Anstrengungspensum entsprechend anpassen. Sinnvoll sind etwa eine Verringerung der Laufgeschwindigkeit sowie Krafttraining mit weniger Gewicht.

Positive respiratorische Effekte von Training mit Maske?

Die Autoren der Analyse weisen außerdem auf einen positiven Nebeneffekt des Masketragens beim Sport hin: Messungen haben ergeben, dass die intermittierende Exposition gegenüber leicht erhöhtem CO2 während Anstrengungsphasen die respiratorische Adaptation verbessern und die Ermüdungsrate der Atemmuskulatur verringern.

 

Quelle: zeitschrift-sportmedizin.de

Institut für Prävention und Sportmedizin (IPS) GmbH

Im Gewerbepark D50 | 93059 Regensburg
Telefon: +49 (0) 941 46418-0 | Fax: +49 (0) 941 46418-27
info@ips-regensburg.de